
Das Werk „Noor“ aus der Serie „Goldrausch“ ist inspiriert von den täglichen Wegen entlang
des Windebyer Noor’s, einem Ort von besonderer Ruhe und natürlicher Schönheit. Während der Sommermonate führte der Weg zum Atelier immer wieder an diesem stillen Gewässer vorbei. Oft waren es die frühen Morgenstunden oder die Zeit des Sonnenuntergangs, in denen das Licht die Landschaft verwandelte und Momente von außergewöhnlicher Intensität entstehen ließ. Diese Eindrücke bilden die Grundlage für das Werk.
Die Komposition fängt die besondere Stimmung ein, wenn Himmel und Wasser miteinander zu verschmelzen scheinen. Goldene Flächen durchziehen das Bild wie reflektiertes Sonnenlicht auf der ruhigen Oberfläche des Noors. Sie treffen auf sanfte Farbverläufe und vielschichtige Strukturen, die an Nebelschleier, Wolkenformationen oder die feinen Bewegungen des Wassers erinnern. Licht und Farbe entfalten sich in einem harmonischen Wechselspiel, das von Weite, Stille und Kontemplation geprägt ist.
Die abstrakte Bildsprache verzichtet auf eine konkrete Darstellung der Landschaft und konzentriert sich stattdessen auf ihre Atmosphäre. Das Werk vermittelt das Gefühl eines Augenblicks, in dem die Zeit für einen Moment stillzustehen scheint. Die Spiegelungen auf dem Wasser, die wechselnden Farben des Himmels und das allmähliche Erwachen oder Vergehen des Tages werden zu einer emotionalen Erfahrung verdichtet.
Der Titel „Noor“ verweist auf den einzigartigen Charakter dieser norddeutschen Gewässer, die zwischen Land und Meer liegen und eine besondere Ruhe ausstrahlen. In diesem Bild wird das Noor zu einem Sinnbild für Übergänge – zwischen Nacht und Tag, Bewegung und Stille, Außenwelt und innerer Wahrnehmung. Es erzählt von jenen Momenten, in denen die Schönheit der Natur den Blick anhält und den Alltag für einen Augenblick in den Hintergrund treten lässt.
Innerhalb der Serie „Goldrausch“ erhält das Gold eine besondere Bedeutung. Es erinnert an das warme Licht der aufgehenden oder untergehenden Sonne, das die Landschaft in einen kostbaren Glanz taucht. Das Gold steht hier nicht für materiellen Reichtum, sondern für die kleinen, oft flüchtigen Augenblicke, die sich tief im Gedächtnis verankern und ihren Wert erst im Erleben offenbaren.
„Noor“ ist eine Einladung, die Welt mit wachen Augen zu betrachten und die Schönheit im Alltäglichen zu entdecken. Das Werk bewahrt die Erinnerung an jene stillen Momente am Windebyer Noor, in denen Licht, Wasser und Himmel zu einer einzigartigen Einheit wurden und die Natur ihre ganze Poesie entfaltete. Es ist ein Bild über das Innehalten, das Staunen und die kostbaren Augenblicke, die unseren Blick auf die Welt verändern können.







