
Das Werk „Terranova“ aus der Serie „My own structure“ widmet sich der Idee des Neulands – nicht allein als geografischer Ort, sondern als innerer Raum, der durch Neugier, Erfahrung und Veränderung erschlossen wird. Der Titel, der sich mit „neues Land“ übersetzen lässt, steht für den Aufbruch in unbekanntes Terrain und für den Mut, vertraute Grenzen hinter sich zu lassen.
Die Komposition entfaltet sich als vielschichtiges Gefüge aus Linien, Flächen und strukturellen Verdichtungen. Die abstrakten Formen erinnern an Landschaften, Küstenlinien oder geologische Schichten, ohne sich auf eine konkrete Ansicht festzulegen. Wie aus großer Höhe betrachtet, entsteht der Eindruck einer noch unentdeckten Welt, deren Wege und Zusammenhänge sich erst allmählich erschließen.
Charakteristisch für die Serie „My own structure“ sind die sichtbaren Spuren des Entstehungsprozesses. Überlagerungen, Kratzungen und farbliche Schichtungen verleihen dem Werk eine lebendige Oberfläche. Jede Ebene erzählt von Veränderung, von Entscheidungen und von Erfahrungen, die sich im Laufe der Zeit zu einer eigenen Ordnung verdichten. Die Struktur des Bildes wirkt gewachsen – nicht geplant, sondern entwickelt.
„Terranova“ versteht das Neuland als Metapher für die persönliche Entwicklung. Jeder Mensch betritt im Laufe seines Lebens unbekannte Räume: neue Gedanken, neue Beziehungen oder neue Lebensabschnitte. Diese Erfahrungen fordern dazu auf, Gewohntes loszulassen und Vertrauen in den eigenen Weg zu entwickeln. Das Bild macht deutlich, dass Identität nicht aus festen Gewissheiten entsteht, sondern aus der Bereitschaft, sich immer wieder auf das Unbekannte einzulassen.
Zwischen verdichteten Formen öffnen sich helle Bereiche, die wie Lichtungen oder Horizonte wirken. Sie verleihen der Komposition Weite und lassen Raum für Hoffnung und Entdeckung. So entsteht ein Gleichgewicht zwischen Orientierung und Offenheit – zwischen dem, was bereits Teil der eigenen Struktur geworden ist, und dem, was noch darauf wartet, entdeckt zu werden.
„Terranova“ lädt den Betrachter ein, das Unbekannte nicht als Bedrohung, sondern als Möglichkeit zu begreifen. Das Werk erzählt von der Freude am Entdecken, von der Kraft des Aufbruchs und von der Erkenntnis, dass jedes neue Land zugleich eine Erweiterung der eigenen inneren Landschaft ist. Es ist eine poetische Reflexion über den Mut, neue Wege zu gehen und dabei die eigene Struktur stetig weiterzuentwickeln.






