
Das Werk „Durchdringung“ aus der Serie „My own structure“ beschäftigt sich mit jenen seltenen Momenten, in denen eine Erfahrung nicht an der Oberfläche bleibt, sondern bis in die tiefsten Schichten des eigenen Wesens vordringt. Es erzählt von Begegnungen, Erinnerungen oder Erkenntnissen, die den Menschen im Innersten berühren und seine Wahrnehmung nachhaltig verändern.
Die Komposition ist von einer vielschichtigen Bildstruktur geprägt, in der sich Linien, Farbräume und organische Formen überlagern. Die einzelnen Ebenen wirken wie Sedimente eines Lebens – Schichten aus Erinnerung, Erfahrung und Empfindung, die sich im Laufe der Zeit übereinandergelegt haben. Zwischen ihnen öffnen sich Durchgänge und feine Verbindungen, die den Blick immer tiefer in das Bild hineinziehen.
Nichts erscheint hier abgeschlossen oder undurchlässig. Vielmehr entsteht der Eindruck, dass etwas die gewachsene Struktur durchdringt, Schicht für Schicht, bis es den verborgenen Kern erreicht. Dieser Prozess geschieht nicht gewaltsam, sondern mit einer stillen, fast unmerklichen Intensität. Es ist das Eindringen eines Gedankens, eines Gefühls oder einer Begegnung, die den Menschen verändert, ohne laut zu sein.
Innerhalb der Serie „My own structure“ wird die eigene Struktur nicht als starres Gerüst verstanden, sondern als lebendiger Organismus. Jede tiefgehende Erfahrung hinterlässt Spuren, verändert bestehende Verbindungen und eröffnet neue Möglichkeiten des Verstehens. Gerade die Momente, die bis in den Kern reichen, formen den Menschen nachhaltiger als jene, die nur die Oberfläche berühren.
Die Bildoberfläche trägt die sichtbaren Zeichen dieses Prozesses. Verdichtungen wechseln mit transparenten Bereichen, kraftvolle Strukturen mit offenen Räumen. Dadurch entsteht ein Spannungsfeld zwischen Schutz und Offenheit, zwischen dem Wunsch, die eigene Mitte zu bewahren, und der Bereitschaft, sich von der Welt berühren zu lassen.
„Durchdringung“ ist eine poetische Reflexion über die Tiefe menschlicher Erfahrung. Das Werk erinnert daran, dass wirkliche Veränderung dort beginnt, wo etwas die äußeren Schichten durchdringt und den innersten Kern erreicht. Erst in dieser Berührung entsteht die Möglichkeit von Wachstum, neuer Erkenntnis und einer erweiterten Wahrnehmung des eigenen Selbst. Die eigene Struktur wird dadurch nicht zerstört, sondern verwandelt und bereichert.








