
Das Werk „Lazy Devil“ aus der Serie „My own structure“ verbindet humorvolle Leichtigkeit mit einer subtilen Reflexion über Selbstdisziplin, Kontrolle und die Kunst des Loslassens. Im Mittelpunkt steht ein schemenhaft angedeuteter Bock, der entspannt in einer Hängematte liegt – eine ungewöhnliche, beinahe ironische Szene, die das Spannungsfeld zwischen Strenge und Hingabe auflöst.
Die Figur des Bocks, traditionell ein Symbol für Kraft, Eigenwillen und manchmal auch für Widerständigkeit, erscheint hier entwaffnend gelöst. Statt in Anspannung oder Bewegung verharrt er in einem Zustand des Ausruhens. Die Hängematte wird zum Sinnbild eines Zwischenraums – ein Ort, an dem Leistung und Pflicht kurzzeitig aufgehoben sind und das einfache Sein in den Vordergrund tritt.
Innerhalb der Serie „My own structure“ eröffnet das Werk eine spielerische Perspektive auf innere Strukturen, die oft von Kontrolle und Selbstanspruch geprägt sind. „Lazy Devil“ hinterfragt diese Strenge mit einem Augenzwinkern und lädt dazu ein, die eigene Disziplin nicht nur als Stärke, sondern auch als mögliche Einschränkung zu betrachten. In der scheinbaren Trägheit offenbart sich eine andere Form von Intelligenz: die Fähigkeit, sich dem Moment hinzugeben.
Die Bildsprache bleibt bewusst skizzenhaft und offen. Die Hängematte schwingt zwischen den Bildräumen, als würde sie den Bock sanft durch einen Zustand der Schwerelosigkeit tragen. Diese Leichtigkeit steht im Kontrast zur symbolischen Bedeutung des Tieres und erzeugt eine humorvolle Spannung zwischen Erwartung und Wirklichkeit.
Das „Sich verführen lassen“ wird in diesem Werk nicht als Schwäche verstanden, sondern als bewusste Entscheidung für Genuss und Selbstakzeptanz. Der Bock wird zum Sinnbild eines Wesens, das seine eigene Strenge für einen Moment vergisst und dadurch Zugang zu einer anderen Qualität des Lebens findet – einer, die nicht auf Leistung, sondern auf Präsenz beruht.
„Lazy Devil“ ist eine poetisch-ironische Einladung, die eigene innere Härte zu hinterfragen und dem Moment mehr Raum zu geben. Das Werk erinnert daran, dass in der Fähigkeit, loszulassen, nicht nur Ruhe liegt, sondern auch eine Form von Lebensfreude, die aus dem einfachen Sein entsteht.










