
Das Werk „Landpartie“ aus der Serie „My own structure“ beschreibt einen Zustand des Unterwegsseins, der nicht nur eine äußere Bewegung durch Landschaften meint, sondern eine innere Bewegung des Wahrnehmens und Erlebens. Die Landpartie wird hier zum Sinnbild einer bewussten Hinwendung zur Welt – einer Reise, die gleichermaßen durch äußere Räume wie durch innere Zustände führt.
Die Komposition entfaltet sich als vielschichtiges Gefüge aus Formen, Linien und fließenden Strukturen, die an eine vorbeiziehende Landschaft erinnern. Flächen verdichten sich zu Andeutungen von Wegen, Feldern oder Übergängen, während sich andere Bereiche öffnen und Weite entstehen lassen. Alles wirkt in Bewegung begriffen, als würde die Bildfläche selbst reisen und sich dabei stetig neu ordnen.
Innerhalb der Serie „My own structure“ steht die Landpartie für eine Form des Wahrnehmens, die sich dem Moment überlässt. Es geht nicht um Zielgerichtetheit oder Ankunft, sondern um das Erleben des Dazwischen. Die Landschaft wird zum Spiegel innerer Prozesse: Eindrücke, Erinnerungen und Gedanken verschmelzen mit dem Gesehenen und bilden eine eigene, lebendige Struktur.
Die vielschichtige Oberfläche des Werkes trägt Spuren von Bewegung und Veränderung. Überlagerungen und rhythmische Verdichtungen erzeugen den Eindruck eines kontinuierlichen Flusses, in dem sich Natur und Bewusstsein gegenseitig durchdringen. Nichts bleibt statisch; alles ist Teil eines fortlaufenden Prozesses des Werdens.
Die Landpartie besitzt dabei eine stille Leichtigkeit. Sie ist weder Flucht noch Zielsuche, sondern ein bewusstes Sich-Einlassen auf das, was sich zeigt. In diesem Sinne wird das Reisen zu einer Form der inneren Sammlung, bei der der Blick für die kleinen und großen Zusammenhänge geschärft wird.
„Landpartie“ ist eine poetische Reflexion über das Unterwegssein als Lebenshaltung. Das Werk lädt dazu ein, den Weg selbst als Erlebnisraum zu verstehen, in dem sich Wahrnehmung, Erinnerung und Gegenwart miteinander verweben. So entsteht eine Struktur, die nicht festgelegt ist, sondern sich mit jedem Schritt, jedem Blick und jeder Bewegung neu formt.





