
Das Werk „Auf der Reise“ aus der Serie „My own structure“ erzählt von der stetigen Bewegung des Lebens und der Suche nach Orientierung. Es ist eine Reise durch äußere und innere Landschaften, auf der Erfahrungen, Herausforderungen und Erkenntnisse zu Bausteinen der eigenen Identität werden. Der Weg selbst wird zum eigentlichen Ziel.
Im Zentrum der Komposition ist eine skizzenhafte Gestalt zu erkennen. Sie bewegt sich auf einem geheimnisvollen Gefährt vorwärts, dessen Vorderteil die Form eines Schlangenkopfes trägt. Die Figur bleibt bewusst schemenhaft und offen. Sie könnte jeder Mensch sein – ein Reisender auf seinem Lebensweg, der sich einer ungewissen Zukunft entgegenbegibt.
Der Schlangenkopf verleiht dem Gefährt eine vielschichtige symbolische Bedeutung. Die Schlange steht seit jeher für Wandlung, Erneuerung, Weisheit und die Fähigkeit, alte Hüllen abzustreifen. Gleichzeitig erinnert sie an die Ambivalenz des Lebens: Sie kann Gefahr und Schutz, Verführung und Erkenntnis zugleich verkörpern. Das Gefährt wird dadurch zu einem Sinnbild für jene Kräfte, die den Menschen auf seinem Weg begleiten – Kräfte, die ihn herausfordern, ihn aber auch wachsen lassen.
Die Bildstruktur ist geprägt von einem vielschichtigen Geflecht aus Linien, Flächen und Überlagerungen. Die einzelnen Elemente wirken wie Erinnerungen, Landschaften oder Spuren vergangener Erfahrungen. Nichts erscheint endgültig festgelegt. Die Komposition bleibt in Bewegung und vermittelt den Eindruck, dass jeder zurückgelegte Weg neue Strukturen entstehen lässt.
Innerhalb der Serie „My own structure“ wird die Reise zu einem Prozess der Selbstentwicklung. Die eigene innere Struktur entsteht nicht an einem festen Ort, sondern im Voranschreiten, im Begegnen und im Überwinden von Hindernissen. Die skizzenhafte Darstellung der Figur unterstreicht diesen Gedanken: Der Mensch ist niemals fertig, sondern befindet sich stets im Wandel.
„Auf der Reise“ lädt dazu ein, den eigenen Lebensweg als fortwährenden Prozess der Veränderung zu verstehen. Das Werk erzählt von Mut und Vertrauen, von der Bereitschaft, sich auf das Unbekannte einzulassen, und von der Erkenntnis, dass jeder Schritt – gleich wie unsicher er erscheinen mag – Teil der eigenen Geschichte wird. Das geheimnisvolle Gefährt mit seinem Schlangenkopf wird dabei zum Symbol einer Reise, auf der Weisheit nicht das Ziel ist, sondern aus dem Unterwegssein selbst erwächst.









