
Das Werk „Das Duo“ aus der Serie „My own structure“ beschäftigt sich mit der Dynamik von Zweisamkeit, Beziehung und wechselseitiger Spiegelung. Im Mittelpunkt steht nicht das einzelne Individuum, sondern die Verbindung zwischen zwei Entitäten, die einander ergänzen, beeinflussen und zugleich ihre Eigenständigkeit bewahren.
Die Komposition entwickelt sich aus einer vielschichtigen Struktur von Linien, Flächen und überlagerten Farbräumen. Aus dieser abstrakten Bildarchitektur treten zwei schemenhafte Formationen hervor, die als Paar wahrgenommen werden können. Sie stehen in einem spannungsvollen Verhältnis zueinander – nicht vollständig verschmolzen, aber auch nicht getrennt. Zwischen ihnen entsteht ein unsichtbarer Raum, der von Kommunikation, Resonanz und gegenseitiger Wahrnehmung geprägt ist.
Innerhalb der Serie „My own structure“ wird Beziehung als ein lebendiger Prozess verstanden, der sich ständig neu formt. Das Duo ist keine starre Einheit, sondern ein System aus Bewegung, Anpassung und Abgrenzung. Nähe und Distanz existieren gleichzeitig und bedingen einander. Gerade in dieser Spannung entsteht die Qualität der Verbindung.
Die vielschichtige Oberfläche der Komposition spiegelt die Komplexität menschlicher Beziehungen wider. Überlagerungen und Verdichtungen erinnern an gemeinsame Erfahrungen, geteilte Erinnerungen und emotionale Schichten, die sich im Laufe der Zeit aufbauen. Gleichzeitig lassen offene Bereiche Raum für Individualität und Eigenständigkeit. Kein Teil verliert sich vollständig im anderen.
Das Werk macht deutlich, dass ein Duo nicht aus zwei identischen Elementen besteht, sondern aus zwei eigenständigen Strukturen, die miteinander in Beziehung treten. Diese Beziehung ist dynamisch, fragil und zugleich kraftvoll. Sie verändert sich mit jeder Bewegung, jeder Entscheidung und jeder Erfahrung.
„Das Duo“ ist eine poetische Reflexion über das Zusammenspiel von Ich und Du. Es erzählt von der Kunst, Verbindung zuzulassen, ohne sich selbst aufzugeben, und von der Fähigkeit, im Anderen nicht nur Ergänzung, sondern auch Spiegel und Herausforderung zu erkennen. So entsteht ein Bildraum, in dem Beziehung als lebendige Struktur erfahrbar wird – offen, wandelbar und immer in Bewegung.








