
Das Werk „Das Nest“ aus der Serie „My own structure“ setzt sich mit den Themen Geborgenheit, Herkunft und Selbstfindung auseinander. Das Nest wird dabei nicht als naturgetreue Darstellung verstanden, sondern als Sinnbild eines inneren Ortes – eines Raumes, in dem Schutz, Erinnerung und persönliches Wachstum ihren Ursprung haben.
Die abstrakte Komposition entwickelt sich aus einem vielschichtigen Geflecht von Linien, Strukturen und verdichteten Formen. Sie wirken wie miteinander verwobene Äste, Fasern oder Spuren, die sich zu einem schützenden Zentrum zusammenfügen. Gleichzeitig bleibt die Bildsprache offen und lässt Raum für eigene Assoziationen. Das Nest entsteht weniger durch seine äußere Form als durch das Gefühl von Zusammenhalt und Verbundenheit.
Innerhalb der Serie „My own structure“ steht das Nest für die eigene, im Laufe des Lebens aufgebaute innere Struktur. Es ist kein statischer Ort, sondern ein lebendiges Gefüge aus Erfahrungen, Beziehungen und Erinnerungen. Jede Schicht der Komposition verweist auf Erlebtes, auf Brüche und auf Momente des Wachsens, die den Menschen formen und ihm Halt geben.
Die Bildoberfläche lebt von ihrem Wechselspiel aus Verdichtung und Offenheit. Bereiche intensiver Struktur stehen neben ruhigen Flächen, wodurch Spannung und Ausgewogenheit zugleich entstehen. Der Blick wandert immer wieder zum Zentrum der Arbeit, als würde dort ein geschützter Raum entstehen – ein Ort des Innehaltens inmitten einer komplexen Umgebung.
„Das Nest“ lädt dazu ein, über die eigenen Wurzeln und den Begriff von Heimat nachzudenken. Es erinnert daran, dass Geborgenheit nicht ausschließlich an einen geografischen Ort gebunden ist, sondern aus den Strukturen erwächst, die wir in uns selbst entwickeln. So wird das Werk zu einer poetischen Reflexion über Vertrauen, Zugehörigkeit und die Kraft, aus einem sicheren Inneren heraus immer wieder neue Wege zu beschreiten.





