
Das Werk „Das Tal“ aus der Serie „My own structure“ thematisiert den Raum zwischen den Höhen des Lebens. Das Tal steht dabei nicht nur für eine Landschaft, sondern für einen Ort der Sammlung, der Erfahrung und der inneren Entwicklung. Während Gipfel oft für Ziel und Erfolg stehen, erzählt das Tal von den Wegen dazwischen – von jenen Abschnitten, in denen sich die Persönlichkeit formt und die eigene innere Struktur wächst.
Die Komposition entfaltet sich als vielschichtiges Geflecht aus Linien, Flächen und organischen Strukturen. Verdichtete Bereiche erinnern an steile Berghänge oder Felsformationen, während sich dazwischen ein offener Raum bildet, der den Blick in die Tiefe der Komposition führt. Das Tal entsteht nicht durch eine eindeutige Darstellung, sondern durch das Zusammenspiel der Formen und die Spannung zwischen Enge und Weite.
Die Bildoberfläche zeigt die charakteristischen Schichtungen der Serie „My own structure“. Spuren des künstlerischen Prozesses bleiben sichtbar und verleihen dem Werk eine lebendige, gewachsene Struktur. Wie geologische Schichten erzählen sie von Zeit, Veränderung und den Kräften, die Landschaften ebenso formen wie den Menschen.
Das Tal wird hier zu einem Ort des Innehaltens. Es ist kein Durchgang, der möglichst schnell überwunden werden soll, sondern ein Raum, in dem Orientierung entstehen kann. Zwischen den begrenzenden Strukturen öffnet sich eine stille Weite, die den Blick nach innen lenkt. Hier begegnen sich Vergangenheit und Gegenwart, Erinnerung und Erfahrung. Das Bild vermittelt den Gedanken, dass Entwicklung nicht allein auf den Höhen stattfindet, sondern gerade in den Phasen der Sammlung und Reflexion.
Die abstrakte Bildsprache lässt Raum für persönliche Assoziationen. Jeder Betrachter kann in den Strukturen eigene Landschaften entdecken und den Weg durch das Tal auf seine Weise erleben. Dadurch wird das Werk zu einer Einladung, die eigene Lebensreise als gewachsene Struktur zu verstehen – geprägt von Herausforderungen, aber ebenso von Momenten der Ruhe und des inneren Wachstums.
„Das Tal“ erzählt von der Kraft der leisen Orte. Es erinnert daran, dass nicht jeder Fortschritt spektakulär sein muss und dass die tiefsten Erkenntnisse oft dort entstehen, wo der Mensch innehält. Das Tal wird so zum Sinnbild einer inneren Landschaft, in der Erfahrungen reifen und aus der neue Wege hervorgehen.





