
Das Werk „Der Traum“ aus der Serie „Ausreißer“ bewegt sich in jenem schwebenden Raum zwischen Wirklichkeit und Vorstellung, in dem die Grenzen des Möglichen aufgehoben scheinen. Es erzählt von inneren Bildern, Sehnsüchten und Gedanken, die sich den Regeln des Alltags entziehen und ihren eigenen Wegen folgen.
Die Komposition wirkt wie eine Landschaft des Unterbewusstseins. Formen tauchen auf, verwandeln sich und verschwinden wieder, ohne sich eindeutig festlegen zu lassen. Fragmente von Figuren, Räumen oder natürlichen Strukturen scheinen für einen Moment erkennbar zu werden, bevor sie sich erneut im Geflecht aus Farben und Linien auflösen. Dadurch entsteht eine Atmosphäre, die zugleich vertraut und rätselhaft wirkt.
Im Kontext der Serie „Ausreißer“ steht der Traum für die vielleicht radikalste Form des Ausbrechens. Während der Körper an einen Ort gebunden bleibt, überschreitet die Vorstellungskraft mühelos jede Grenze. Im Traum werden neue Welten betreten, verborgene Wünsche sichtbar und ungeahnte Verbindungen möglich. Das Werk macht diese Freiheit erfahrbar und lädt dazu ein, den gewohnten Blick auf die Realität für einen Moment hinter sich zu lassen.
Die Farbigkeit unterstützt diesen Eindruck eines inneren Erlebens. Lichtdurchflutete Bereiche wechseln sich mit tieferen, geheimnisvollen Zonen ab. Transparente Schichten überlagern sich und erzeugen eine räumliche Tiefe, die weniger an einen realen Ort als an einen Bewusstseinszustand erinnert. Die Formen scheinen zu schweben, getragen von einer stillen Bewegung, die keiner sichtbaren Logik folgt.
„Der Traum“ ist ein Bild über die Kraft der Imagination und die Freiheit des Geistes. Es erinnert daran, dass jeder Aufbruch zunächst in der Vorstellung beginnt und dass Träume Räume eröffnen können, die jenseits des Sichtbaren liegen. Das Werk lädt den Betrachter ein, sich auf das Ungewisse einzulassen, den eigenen Assoziationen zu folgen und die Schönheit jener Bilder zu entdecken, die nur im Traum entstehen können.








