
Das Werk „Himmelserscheinung“ aus der Serie „My own structure“ widmet sich dem Moment des Unerwarteten, dem kurzen Aufleuchten einer Wahrnehmung, die sich dem rein Rationalen entzieht. Der Titel verweist auf eine Erscheinung im Himmel – etwas Flüchtiges, Leuchtendes oder Symbolhaftes, das sich nur für einen Augenblick zeigt und dann wieder in der Weite des Bildraums auflöst.
Die Komposition entfaltet sich in einer vertikal und horizontal schwebenden Struktur, in der sich helle, fast lichtartige Formationen aus dem vielschichtigen Gefüge herauslösen. Diese wirken wie atmosphärische Verdichtungen, wie Wolkengebilde oder energetische Spuren in einem offenen Himmel. Umgeben sind sie von fein abgestuften Schichtungen, die Tiefe und Raum erzeugen und den Eindruck eines unendlichen, atmosphärischen Feldes verstärken.
Innerhalb der Serie „My own structure“ steht die Himmelserscheinung für jene seltenen Augenblicke, in denen sich innere und äußere Wahrnehmung überschneiden. Es ist ein Zustand erhöhter Sensibilität, in dem Formen nicht nur gesehen, sondern empfunden werden. Das Bild wird dabei zu einem Resonanzraum, in dem sich Bedeutung nicht festschreiben lässt, sondern im Betrachter selbst entsteht.
Die vielschichtige Oberfläche unterstützt diesen Eindruck des Flüchtigen. Transparente Zonen gehen in verdichtete Bereiche über, Licht und Schatten verschieben sich in einem subtilen Gleichgewicht. Dadurch entsteht eine Atmosphäre des Übergangs – nichts bleibt stabil, alles ist im Werden begriffen. Die Erscheinung ist präsent und zugleich im Verschwinden begriffen.
Die Himmelserscheinung wird so zum Sinnbild für das Unerklärliche im Sichtbaren. Sie verweist auf jene Momente, in denen sich der Alltag kurz öffnet und ein tieferes Gefühl von Verbundenheit spürbar wird. Nicht als feste Botschaft, sondern als Erfahrung eines Augenblicks, der sich jeder eindeutigen Definition entzieht.
„Himmelserscheinung“ ist eine poetische Reflexion über Wahrnehmung, Transzendenz und die Fragilität des Augenblicks. Das Werk lädt dazu ein, das Unsichtbare im Sichtbaren zu erahnen und die feinen Übergänge zwischen Materie und Imagination bewusst wahrzunehmen. In dieser Offenheit entsteht eine stille Form von Erkenntnis – flüchtig, lichtdurchzogen und tief in der inneren Struktur verankert.









