
Das Werk „Hochland“ aus der Serie „My own structure“ thematisiert einen Zustand innerer Erhabenheit und geistiger Weite. Es beschreibt keinen konkreten geografischen Ort, sondern einen psychischen Raum – ein Plateau des Bewusstseins, auf dem der Mensch zur Ruhe kommt und zugleich in die Ferne blickt. Hier entsteht ein Gefühl von Distanz zur Alltäglichkeit und eine stille Form von Klarheit.
Im Zentrum der Vorstellung steht eine erhöhte Landschaft, ein Hochland, das als symbolischer Ort des Innehaltens verstanden wird. Auf diesem Plateau versammelt sich der Blick, ohne zu haften. Die Perspektive richtet sich in die Weite, in eine offene Zukunft oder in eine tiefere Dimension des eigenen Selbst. Das Stehen auf dieser Höhe wird zur Haltung: gesammelt, wach und zugleich gelöst.
Die Farbe Grün prägt die innere Atmosphäre des Werkes als zentrales Symbol. Grün steht hier für Leben, Wachstum, Regeneration und eine ursprüngliche Verbundenheit mit der Natur. Es ist nicht nur Farbe, sondern Zustand – eine Qualität des Wahrnehmens, die beruhigt und gleichzeitig öffnet. In dieser Lesart wird das Betrachten von Grün selbst zu einer Form der Einkehr.
„Grün ansehen ist Gottesdienst“ beschreibt diesen Moment der stillen Versenkung. Es ist kein religiöser Akt im engeren Sinne, sondern eine Haltung der Achtsamkeit gegenüber dem Lebendigen. Das Sehen wird zur Würdigung, zur bewussten Wahrnehmung einer Welt, die in ihrer Einfachheit und Präsenz eine tiefere Bedeutung offenbart.
Die Struktur der Komposition bleibt – im Sinne der Serie „My own structure“ – vielschichtig und offen. Flächen, Linien und angedeutete Landschaftsformen überlagern sich und erzeugen den Eindruck eines gewachsenen inneren Raumes. Nichts ist statisch; vielmehr entsteht das Hochland als Ergebnis von Verdichtung und Weite zugleich.
„Hochland“ ist eine stille Reflexion über innere Erhebung ohne Überhöhung. Das Werk lädt dazu ein, den Blick zu weiten, ohne sich zu verlieren, und in der Einfachheit des Grüns eine Form von Sinn und Verbundenheit zu erkennen. Es erzählt von einer Haltung, die nicht strebt, sondern verweilt – und gerade darin ihre Größe findet.






