Thomas Hain

Schmetterling

Größe: 80 x 60 cm
Entstehungsjahr: 2025
Material: Öl auf Leinwand

Das Werk „Schmetterling“ aus der Serie „Goldrausch“ nähert sich seinem Titel auf poetische und zugleich ungewöhnliche Weise. Der Schmetterling erscheint hier nicht als klar erkennbare Figur, sondern als Assoziation, als flüchtiger Gedanke innerhalb eines lebendigen und vielschichtigen Bildraums. Die Arbeit thematisiert Bewegung, Wandel und die ungerichtete Dynamik des Lebens.

Im Zentrum der Komposition zieht ein blaues Dreieck auf der rechten Bildseite die Aufmerksamkeit auf sich. Seine Form ruft die Erinnerung an einen Schmetterling hervor – nicht als Abbild, sondern als Andeutung. Wie ein Wesen, das nur für einen Augenblick sichtbar wird, scheint es aus der goldenen Umgebung aufzutauchen und im nächsten Moment wieder darin zu verschwinden. Die geometrische Klarheit des Dreiecks bildet dabei einen spannungsvollen Kontrast zu den freien und bewegten Strukturen der übrigen Bildfläche.

Die Atmosphäre des Werkes ist von einem intensiven Goldton geprägt, der die gesamte Komposition durchdringt. Dieses Gold wirkt nicht ruhig oder statisch, sondern erfüllt den Raum mit Energie und Bewegung. Es entsteht der Eindruck eines dichten Schwarms von Insekten, die die Luft erfüllen – ein unablässiges Sausen und Brausen, ein Flirren und Vibrieren, das sich jeder Ordnung entzieht.

Zwischen den Strukturen scheinen zahllose kleine Bewegungen stattzufinden. Nichts verweilt an seinem Platz, alles befindet sich in Veränderung. Die Bildoberfläche vermittelt das Gefühl eines natürlichen Geschehens, das keinem erkennbaren Ziel folgt und keiner Absicht unterliegt. Es ist das Leben selbst in seiner spontanen und ungeplanten Form – ein ständiges Entstehen, Vergehen und Neuordnen.

Die Verbindung aus dem kühlen Blau des Dreiecks und den warmen Goldflächen erzeugt eine besondere Spannung zwischen Ruhe und Aktivität, zwischen Form und Auflösung. Der vermeintliche Schmetterling wird dadurch zum stillen Mittelpunkt eines chaotischen, lebendigen Kosmos.

Schmetterling“ lädt dazu ein, sich auf die Schönheit des Flüchtigen einzulassen. Das Werk erzählt von Bewegung ohne Richtung, von Lebendigkeit ohne Zweck und von den kleinen Erscheinungen, die mitten im scheinbaren Durcheinander für einen Moment Gestalt annehmen, bevor sie wieder im goldenen Strom des Lebens verschwinden.

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