
Das Werk „Wasserwesen“ aus der Serie „Floating Stuff“ zeigt eine geheimnisvolle, quallenartige Erscheinung, die scheinbar schwerelos durch den Bildraum gleitet. Zwischen abstrakter Form und lebendigem Organismus angesiedelt, entfaltet das Wesen eine stille Präsenz, die sich dem Betrachter weder ganz offenbart noch vollständig entzieht. Es scheint nicht nur im Wasser zu existieren, sondern aus ihm hervorgegangen zu sein – als wäre es eine natürliche Manifestation des Elements selbst.
Die Komposition wird von fließenden Linien, transparenten Schichten und schwebenden Strukturen geprägt. Zarte Ausläufer erinnern an Tentakel, die sich sanft im Raum ausbreiten und den unsichtbaren Bewegungen von Strömungen folgen. Nichts wirkt fest oder begrenzt. Die Formen lösen sich an ihren Rändern auf und gehen in ihre Umgebung über, sodass die Grenze zwischen Wesen und Wasser zunehmend verschwimmt.
Die Farbigkeit verstärkt diesen Eindruck des Verschmelzens. Lichtdurchlässige Flächen und feine Übergänge erzeugen eine Atmosphäre von Tiefe und Schwerelosigkeit. Wie Sonnenstrahlen unter der Wasseroberfläche durchdringen helle Akzente die Komposition und lassen das Wesen von innen heraus zu leuchten scheinen. Es entsteht das Gefühl eines kontinuierlichen Wandels, eines Daseins im Fluss, ohne Anfang und ohne Ende.
Der Schwebezustand wird zum zentralen Motiv des Werkes. Das Wasserwesen scheint weder aufzusteigen noch zu sinken. Es befindet sich in einem vollkommenen Gleichgewicht mit seiner Umgebung, getragen von den Kräften des Wassers und zugleich Teil von ihnen. Bewegung und Ruhe, Form und Auflösung existieren gleichzeitig und verleihen dem Bild eine meditative Qualität.
„Wasserwesen“ erzählt von der Harmonie zwischen Lebewesen und Element, von Anpassung, Wandel und Verbundenheit. Das Werk lädt dazu ein, sich auf einen Zustand einzulassen, in dem Grenzen ihre Bedeutung verlieren und alles miteinander verbunden erscheint. Es ist eine poetische Vision des Schwebens – frei, ruhig und eins mit dem Wasser.


















