
Das Werk „Am Horizont“ aus der Serie „Walzentanz“ beschäftigt sich mit der Faszination des Fernen – jenem schmalen Übergang zwischen Himmel und Erde, zwischen Gegenwart und Zukunft, zwischen Gewissheit und Möglichkeit. Der Horizont erscheint hier nicht als Grenze, sondern als Einladung, den Blick über das Sichtbare hinaus schweifen zu lassen.
Die Komposition entwickelt sich in horizontalen Bewegungen, die den Blick sanft durch das Bild führen. Schichtungen, Farbverläufe und rhythmisch angeordnete Strukturen erinnern an Landschaft, Meer oder Himmel, ohne sich auf einen bestimmten Ort festzulegen. Die Formen wirken wie von einer Walze aufgenommen und wieder freigegeben – sie überlagern sich, verschieben sich und erzeugen eine stille Bewegung, die für die Serie „Walzentanz“ charakteristisch ist.
Zwischen den einzelnen Bildebenen entsteht ein feines Gleichgewicht aus Ruhe und Dynamik. Verdichtete Bereiche wechseln sich mit offenen Flächen ab und schaffen eine räumliche Tiefe, die den Horizont nicht als feste Linie, sondern als fließenden Übergang erfahrbar macht. Das Auge wandert unwillkürlich in die Ferne und folgt dem Rhythmus der Komposition.
Die Farbigkeit trägt wesentlich zur Atmosphäre des Werkes bei. Warme und kühle Töne begegnen sich wie Licht und Schatten eines langen Tages. Transparente Schichten lassen die Farben miteinander verschmelzen und verleihen dem Bild eine luftige Weite. Je nach Betrachtungsdauer verändern sich die Beziehungen der Farben zueinander und eröffnen immer neue Stimmungen – von der Klarheit des Morgens bis zur Ruhe eines heraufziehenden Abends.
Im Kontext der Serie „Walzentanz“ steht der Horizont für Bewegung und Wandel. Er ist kein Ziel, das erreicht werden kann, sondern ein ständiger Begleiter jeder Reise. Mit jedem Schritt verschiebt er sich und erinnert daran, dass Neugier und Aufbruch untrennbar miteinander verbunden sind.
„Am Horizont“ ist ein Bild über Sehnsucht und Offenheit. Es erzählt von der Bereitschaft, sich auf das Unbekannte einzulassen, und von der Schönheit jener Räume, die sich erst im Weitergehen erschließen. Das Werk lädt den Betrachter ein, den Blick schweifen zu lassen und in der Weite des Horizonts nicht das Ende, sondern den Anfang neuer Möglichkeiten zu entdecken.








