
Das Werk „Der Umhang“ aus der Serie „Floating Stuff“ beschäftigt sich mit den Themen Identität, Schutz und Verwandlung. Der Umhang erscheint dabei nicht als konkretes Kleidungsstück, sondern als symbolische Form – als Hülle, die verbirgt und offenbart, schützt und zugleich neue Möglichkeiten eröffnet.
In der schwebenden Bildwelt der Serie lösen sich feste Grenzen auf. Formen, Fragmente und Farbräume treiben scheinbar schwerelos durch die Komposition und verbinden sich zu einer Gestalt, die an einen ausgebreiteten Umhang erinnert. Die einzelnen Elemente wirken, als würden sie sich im selben Moment entfalten und wieder auflösen. Dadurch entsteht eine Atmosphäre zwischen Anwesenheit und Flüchtigkeit.
Der Umhang wird zu einem Sinnbild für jene Rollen, die Menschen im Laufe ihres Lebens annehmen. Er kann Schutz bieten und Sicherheit vermitteln, aber auch eine Maske sein, hinter der sich Wünsche, Ängste oder Sehnsüchte verbergen. Die Komposition lässt offen, wer diesen Umhang trägt oder ob er überhaupt einer Person gehört. Gerade diese Unbestimmtheit verleiht dem Werk seine poetische Kraft.
Die schwebenden Strukturen erzeugen den Eindruck von Bewegung, als würde ein unsichtbarer Wind durch die Bildfläche ziehen. Der Umhang scheint sich auszubreiten, Raum einzunehmen und Geschichten in sich zu tragen. Dabei entstehen Assoziationen an Reisende, an magische Gewänder aus alten Erzählungen oder an die symbolische Hülle, die Menschen um ihre Gedanken und Erinnerungen legen.
Zwischen transparenten Bereichen und verdichteten Formen entwickelt sich ein spannungsvolles Wechselspiel von Sichtbarkeit und Verborgenem. Was zunächst eindeutig erscheint, verändert sich mit jedem Blick. Der Umhang wird zu einer Projektionsfläche für persönliche Erfahrungen und innere Bilder.
Typisch für die Serie „Floating Stuff“ bleibt die Komposition in Bewegung. Nichts ist endgültig festgelegt, alles befindet sich in einem Zustand des Übergangs. Dadurch wird der Umhang nicht nur zum Symbol des Schutzes, sondern auch der Veränderung und des Wandels.
„Der Umhang“ lädt dazu ein, über die Schichten nachzudenken, die Menschen um sich tragen – über das, was sie zeigen, und das, was verborgen bleibt. Das Werk erzählt von Identität als etwas Beweglichem, von der Kraft der Verwandlung und von der Möglichkeit, sich immer wieder neu zu entfalten.





