Thomas Hain

Fisch im Schilf

Größe: 72 x 72 cm
Entstehungsjahr: 2002
Material: Öl auf Leinwand

Das Werk „Fisch im Schilf“ aus der Serie „Floating Stuff“ bewegt sich an der Grenze zwischen Wasserwelt und Pflanzenreich, zwischen Sichtbarkeit und Verborgenem. Die Komposition erinnert an einen stillen Moment in der Natur, in dem sich Leben fast unbemerkt entfaltet. Wie ein flüchtiger Eindruck erscheint die Gestalt eines Fisches zwischen schwebenden Formen und fein verwobenen Strukturen, die an Schilfhalme, Wasserpflanzen und spiegelnde Reflexionen erinnern.

Die Bildfläche ist von einer leichten, fließenden Dynamik geprägt. Linien steigen auf, kreuzen sich und lösen sich wieder auf, während transparente Farbschichten Tiefe erzeugen. Die Formen scheinen zu treiben, zu schweben und sich mit ihrer Umgebung zu verbinden. Dadurch entsteht der Eindruck eines Lebensraums, in dem alles miteinander verwoben ist und sich in einem ständigen Wandel befindet.

Der Fisch tritt nicht als klar umrissenes Motiv hervor, sondern erscheint eher als Ahnung oder Bewegung innerhalb des Gefüges. Er wird Teil eines größeren Ganzen und verschmilzt mit den ihn umgebenden Elementen. Das Schilf wirkt dabei zugleich schützend und durchlässig – ein Ort des Rückzugs, aber auch ein Raum voller Licht, Bewegung und Veränderung.

Typisch für die Serie „Floating Stuff“ steht nicht die konkrete Darstellung im Vordergrund, sondern das Erleben einer Stimmung. Das Bild fängt die besondere Atmosphäre eines stillen Ufers ein, an dem Wasser, Pflanzen und Licht miteinander spielen. Es erinnert an das Beobachten kleiner Naturereignisse, die leicht übersehen werden und gerade deshalb eine besondere Schönheit besitzen.

Fisch im Schilf“ ist eine poetische Reflexion über das Verborgene und das Flüchtige. Das Werk lädt dazu ein, genauer hinzusehen und die feinen Verbindungen wahrzunehmen, die alles Lebendige miteinander verbinden – ein stilles Bild über Bewegung, Anpassung und die Harmonie der Natur.

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