
Das Werk „Schiffe II“ aus der Serie „Walzentanz“ setzt das Motiv der Schiffe als Sinnbild für Bewegung, Begegnung und Veränderung fort. In einer rhythmisch aufgebauten Komposition scheinen mehrere stilisierte Schiffe durch den Bildraum zu gleiten. Sie folgen keiner vorgegebenen Route, sondern entwickeln eine eigene Choreografie – getragen von Strömungen, Wind und dem unsichtbaren Takt der Komposition.
Die Schiffe erscheinen als reduzierte, archetypische Formen. Sie sind keine detailreichen Darstellungen, sondern Zeichen des Unterwegsseins. Jedes Schiff besitzt eine eigene Ausrichtung und dennoch entsteht zwischen ihnen ein harmonisches Miteinander. Wie Tänzer auf einer Bühne reagieren sie aufeinander, halten Abstand, nähern sich an und bilden ein lebendiges Gefüge aus Bewegung und Balance.
Charakteristisch für die Serie „Walzentanz“ ist die Verbindung von rhythmischer Wiederholung und freier Variation. Farbflächen, Linien und überlagernde Strukturen erzeugen eine Bewegung, die sich über das gesamte Bild erstreckt. Die Walztechnik hinterlässt Spuren, die an Wellen, Wind oder die Oberfläche des Wassers erinnern. Dadurch entsteht eine besondere Lebendigkeit, in der sich Ordnung und Zufall auf poetische Weise begegnen.
Die Farbigkeit verleiht dem Werk Tiefe und Atmosphäre. Transparente Schichten lassen die einzelnen Elemente miteinander verschmelzen, während markante Akzente Orientierungspunkte schaffen. Das Zusammenspiel von Licht und Struktur erzeugt den Eindruck einer Landschaft, die sich fortwährend verändert – wie das Meer selbst, das niemals stillsteht.
„Schiffe II“ erzählt von der Reise als einem fortlaufenden Prozess. Die Schiffe werden zu Sinnbildern für Menschen, Gedanken oder Lebenswege, die sich kreuzen, voneinander entfernen und doch Teil eines größeren Ganzen bleiben. Das Werk erinnert daran, dass jede Bewegung neue Begegnungen ermöglicht und jeder Aufbruch die Aussicht auf unbekannte Horizonte in sich trägt.
So wird „Schiffe II“ zu einer poetischen Reflexion über Freiheit, Verbundenheit und den Rhythmus des Lebens. Es lädt den Betrachter ein, sich von den Bewegungen der Formen tragen zu lassen und den eigenen Weg als Teil einer größeren, ständig in Bewegung befindlichen Choreografie zu verstehen.





