
Das Werk „Windfall“ aus der Serie „Walzentanz“ beschäftigt sich mit der Kraft des Zufalls und der Schönheit des Unvorhersehbaren. Der englische Begriff Windfall bezeichnet ursprünglich eine Frucht, die durch den Wind vom Baum gelöst wird. Im übertragenen Sinn steht er für ein unerwartetes Geschenk, einen glücklichen Zufall oder einen Moment, in dem das Leben eine neue Richtung einschlägt.
Diese Idee spiegelt sich in der Komposition wider. Formen und Farbflächen scheinen sich durch eine unsichtbare Bewegung über die Bildfläche zu verteilen. Sie begegnen einander, überlagern sich und entwickeln neue Zusammenhänge. Was zunächst zufällig erscheint, offenbart bei näherem Betrachten eine innere Ordnung – ein Rhythmus, der sich nicht planen lässt und gerade deshalb eine besondere Lebendigkeit besitzt.
Charakteristisch für die Serie „Walzentanz“ wird der Entstehungsprozess selbst Teil des Bildes. Die Walztechnik erzeugt Spuren, die aufeinander reagieren, sich kreuzen und immer neue Strukturen hervorbringen. Kontrolle und Zufall stehen dabei nicht im Widerspruch, sondern ergänzen sich. Das Werk zeigt, dass Kreativität oft dort entsteht, wo Raum für das Unerwartete bleibt.
Die Farbigkeit unterstreicht diesen Eindruck. Transparente Schichten wechseln sich mit kräftigen Akzenten ab, ruhige Flächen stehen lebendigen Verdichtungen gegenüber. Licht und Farbe scheinen sich wie vom Wind getragen über die Bildoberfläche zu bewegen. Es entsteht eine Atmosphäre, die zugleich leicht und kraftvoll wirkt – ein Gleichgewicht zwischen Loslassen und Gestalten.
Auf einer symbolischen Ebene erzählt „Windfall“ davon, dass nicht jede Veränderung geplant werden muss. Manche der wichtigsten Erfahrungen treten unverhofft in unser Leben. Sie lassen sich weder erzwingen noch festhalten, sondern entstehen aus Offenheit, Vertrauen und der Bereitschaft, dem Unbekannten zu begegnen.
„Windfall“ ist ein Werk über das Geschenk des Zufalls. Es erinnert daran, dass die schönsten Entwicklungen oft dort beginnen, wo wir den festen Boden der Erwartungen verlassen. Wie eine vom Wind gelöste Frucht findet das Bild seine eigene Bahn – getragen von Bewegung, Rhythmus und der schöpferischen Kraft des Unvorhersehbaren. Es lädt den Betrachter ein, den Zufall nicht als Störung, sondern als Quelle neuer Möglichkeiten und unerwarteter Schönheit zu entdecken.








